Sugata Milchreis

 

 

Wenn es ein Rezept gibt, das mit Blick auf Leben und Lehre des Buddha legendär geworden ist, dann ein Milchreisgericht. Wir stellen uns seine Entstehungsgeschichte folgendermaßen vor: Siddharta Gautama übte sich in den Jahren seiner Wanderschaft in strenger Askese, so wie es in seiner Zeit für diejenigen üblich war, welche nach der Überwindung aller Bedingtheiten strebten. Sechs Jahre soll der Prinz Shakyamuni Askese mit Kasteiungen zugebracht haben. Und wenn man Skulpturen der Ghandarakunst Glauben schenken darf, dann glich der bis auf die Knochen ausgemergelten Buddha in spe an deren Ende mehr einem Toten als einem Lebenden. So verwundert es nicht, dass eine einfache Bäuerin namens Sugata aus dem Dorf Uruvela die Erscheinung seines zerklüfteten Wesens für einen Baumgeist hielt. Da sich die junge Frau über lange Zeit mit Gebeten für ihre Fruchtbarkeit an ihn gewandt hatte und ihr Flehen schließlich erhört wurde, kann man sich ihre Freude vorstellen, als sie ihren Gönner nun leibhaftig im Schatten eines großen Baumes meditieren sah. Aus Dankbarkeit bereitet sie einen besonders nahrhaften, köstlich duftenden Reisbrei mit Milch. Milch ist in den Augen gläubiger Hindus noch heute die Essenz von Nahrung schlechthin, die Essenz der großen Mutterkuh, der großen Göttin, der Mutter Erde. Steigern lässt sich die Kostbarkeit dieser Flüssigkeit nur indem Milch konzentriert, sprich kondensiert wird. Durch langes Einkochen verdampft das Wasser, und die sich verdichtenden Eiweiß- und Butteranteile ergeben eine sämig, sahnige Masse. Sugata setzte noch eines oben drauf: Sie süßt den Reis mit Rosinen und Honig, färbt ihn mit Safran golden Gelb, parfümierte ihn mit Kardamomkapseln und steigert seine Nahrhaftigkeit mit frischen Cashewnüssen. Derweil sie in ihrer Küche eifrig rührt und kocht sitzt der ambitionierte Asket unbeweglich unter seinem Baum. Allein etwas musste schon da in ihm gereift sein, sonst hätte der Duft eines, sich ihm langsam nähernden Reisgerichts überhaupt keine Chance gehabt, seine finstere Enthaltsamkeit zu erweichen. Es heißt, dass der Buddha zu der Einsicht gelangte, dass seine fortgesetzte Hungerpraxis ihn ins Grab, nicht aber zur Erleuchtung führen würde. Da letztere jedoch sein Ziel war, beschloss er, was später in seine berühmte Lehrrede in Sarnath einfloss:

„Zwei Extreme sind, ihr Mönche, von Hauslosen nicht zu pflegen. Welche zwei? Bei den Sinnendingen sich dem Anhaften am Sinnenwohl hingeben, dem niederen, gemeinen, gewöhnlichen, unedlen, heillosen; und sich der Selbstqual hingeben, der schmerzlichen, unedlen, heillosen. Diese beiden Extreme vermeidend, ist der Vollendete zum mittleren Vorgehen erwacht, das sehend und wissend macht, das zur Beruhigung, zum Überblick, zur Erwachung, zum Nirvāna führt.“

Sugata musste ihn dementsprechend nicht lange bitten, ihre Opfergabe anzunehmen. Der Buddha aß wohl ein wenig und spürte wie seine Kräfte und damit auch seine geistige Klarheit wieder zunahmen. Nun ist nicht überliefert, wie lange ihn der angeboteneten Brei verpflegte, aber es heißt, dass er später mit der leeren Schüssel ans Ufer des Nairanjana trat und die Schale mit folgenden Worten ins Wasser warf: „Wenn sie flussaufwärts schwimmt, dann werde ich Erleuchtung finden.“ Die Schale war ganz offenkundig den physikalischen Gesetzen nicht unterworfen, und den Fortgang der Geschichte kennen wir.

Sugatas Milchreis hat also eine ganz neue Haltung inspiriert, eine, die den bislang akzeptieren Praktiken der Adepten vollkommen „entgegen“ lief. Auch in unserer Zeit der „laktose-, zucker- und fettfreien“ Ernährung, der auf no carbohydrates und lowcal eingeschworenen Diäten ist Sugatas Rezept eine mutige Entscheidung „gegen den allgemeinen Strom“. Aber dieses Gericht wird das innere Kind in uns zu nähren, das gern die süßen Löffel leckt !

 

Und so geht das mythische Gericht: Auf eine Tasse Reis nehme man vier Tassen Milch und koche den Reis unter stetem Rühren bis er weich ist. Vielleicht muss man dazu von Zeit zu Zeit ein wenig Flüssigkeit zufügen. Die Rosinen, die Cashewnüsse und eine gute Fingerspitze Safran kann man gleich mit in den Topf tun. Die geöffneten Kardamomkapseln gibt man erst in den letzten fünfzehn Minuten hinzu, da die ätherischen Öle dieser Samen schnell verfliegen. Und wer mit Honig süßen möchte, der rühre diesen nach Geschmack zum Schluss unter die erkaltende Masse. Süße Alternativen, die schon früher zugegeben werden können, sind Jagary, Agavendicksaft oder brauner Zucker.

 

Limabohneneintopf

(für 5-8 Personen)

500 g Limabohnen (Butterbeans, Weiße Bohnen)

2 Zimtstangen

6 Blatt Lorbeer

2-3 Stängel Rosmarin

4-5 Stängel Thymian

400 g Möhren in 1 cm dicken Scheiben

400 g roten Paprika in großen Streifen

400 g grüne Bohnen, ganz lassen (oder alles andere Gemüse, so vorhanden)

Salz und Pfeffer nach Geschmack

6 El Olivenöl

80 g Butter

1 Zwiebel

2-3 Knoblauchzehen

200-300 g Parmesan

150 g Petersilie gehackt

Bohnen in 1,5-2 Liter Wasser über Nacht einweichen. Gut bedeckt mit frischem Wasser 30 Minuten kochen bis sie nahezu weich sind. Dann 2 weitere Tassen Wasser, Rosmarin und Thymian und das Gemüse zugeben, zuerst die Möhren, 5 Minuten später die Bohnen und das Paprika. In kleinem Topf Öl und Butter erhitzen, Zwiebel 4 Minuten bräunen, Knoblauch zugeben, mit 1 Tasse Wasser löschen. Diese Flüssigkeit dann an den Eintopf geben. Parmesan reiben, Petersilie hacken.

 

Limabohnensalat

300 g Limabohnen

6 – 8 Tomaten

300 g Schafskäse

200 g Petersilie

9 El Olivenöl

3 El Alceto Balsamico

3 El Soyasoße

3 Tl Honig

1,5 Tl Salz

1,5 Tl schwarzen Pfeffer

Das wichtigste ist die Soße und deren Verhältnisse! Hier das Grundrezept: 3 El Olivenöl, 1 El Alceto Balsamico, 1 El Soyasoße, 1 Tl Honig, je ½ Tl Salz und Pfeffer. Diese Zutaten sehr gut verquirlen oder ihnen durch Schütteln in einem geschlossenem Behälter eine sämige Konsistenz verleihen.

Bohnenzubereitung für ca. 300g wie beschrieben. Wasser abgießen. Tomaten, viel feine Petersilie, Schafskäse in Stücken. Mengen nach Belieben zu erweitern.

 

Limabohnen zum Vernaschen

300 g Limabohnen

100 g Aprikosen

100 g Feigen

100 g Rosinen

150 g enthäutete Mandeln

100 g Butter

75 g Rohrzucker

10 g Orangenschale

20 g geriebener Ingwer

3 – 4 El Zitronensaft

Prise Muskat

Trockenfrüchte hacken, Mandeln enthäuten (hier für in heißem Wasser 5 Minuten köcheln). Butter erhitzen, Zucker darin auflösen, Orangenschale, Ingwer und Muskat einrühren. Gewürzkaramel über Früchte und Bohnen geben, mit Zitronensaft vermischen.